In «À voix basse» erzählt Leyla Bouzid von einem Doppelleben in einer Gesellschaft, in der Homosexualität kriminalisiert wird.
Beschreibung aufklappenSchliessen
Lilia hat sich in Paris ein eigenes Leben aufgebaut, fern von den Erwartungen ihrer Familie. Als sie ins tunesische Elternhaus zurückkehrt, scheint die Zeit stillzustehen: vertraute Räume, alte Rituale und drei Generationen von Frauen, zwischen denen vieles unausgesprochen bleibt. Doch ihre Rückkehr bringt Unruhe mit sich. Der Tod ihres Onkels wirft Fragen auf, die niemand klären will. Je mehr Lilia nach Antworten sucht, desto tiefer gerät sie in ein Netz aus Schweigen und rätselhaften Andeutungen. Auf der Suche nach der Wahrheit beginnt sie zu verstehen, wie sehr das Ungesagte ihr Leben geprägt hat – und sucht einen Weg, sich davon zu lösen.
Mit «À voix basse» begibt sich Regisseurin Leyla Bouzid auf eine Reise in ihr Heimatland Tunesien und wirft einen präzisen Blick auf Gesellschaft und familiäre Traditionen. Das starke weibliche Schauspielensemble mit Eya Bouteraa, Hiam Abbass und Marion Barbeau trägt das dichte Familienporträt über unausgesprochene Wahrheiten und die stille Sehnsucht nach Verständnis. Präsentiert im Wettbewerb der Berlinale 2026 steht das Werk für ein kraftvolles Autorinnenkino von grosser emotionaler Tiefe.
von Leyla Bouzid mit Eya Bouteraa, Hiam Abbass, Marion Barbeau, Feriel Chamari, Salma Baccar, Lassaad Jamoussi, Karim Rmadi, FR, 2026